Schnappfinger

Ein Schnappfinger ist ein Phänomen, das nach ungewohnten Bewegungen und Überlastungen gerne passiert. Typische Überlastungen sind umfangreiche Schraubbewegungen, Maler– oder Schleifarbeiten.

Muskeln, die Finger bewegen, haben meist eine lange Strecke vom Unterarm bis zu den Fingern zu überbrücken. Diese lange Zugstrecke wird durch Sehnen bewältigt.

Das Symptom besteht dann in der Regel aus einer Verdickung durch Entzündung inmitten dieser längeren Sehne.

Nun haben diese langen Sehnen das Problem, dass sie entlang ihres Weges an Gelenken vorbei, zwischen Engstellen und unter Haltebändern hindurch gleiten müssen. Diese entzündete Verdickung erweist sich dann oft als echtes Hindernis bei der Bewegung des betroffenen Fingers.

Die Bewegung funktioniert bis zu einem bestimmten Punkt, wo die Verdickung dann durch eine Engstelle hindurch muss. Durch mehr Kraft wird dann der Widerstand überwunden und der Finger „schnappt“. Allerdings wird durch jede derartige Reibung die Entzündung der Sehne weiter gefördert.

Schulmedizinisch kann mit Cortisonspritzen und/oder Operationen geholfen werden. Dabei wird die Engstelle aufgeschnitten.

Bei Behandlungen von Schnappfingern konnte ich mit Schonung, Stoffwechselanregung und entzündungshemmenden Mitteln eine eher konservative Behandlung nutzen.

Eine Schonung zu erreichen, ist dann schwer möglich, wenn die Belastung/Reibung bei Arbeitstätigkeiten oft auftritt. Allerdings kann durch Handwechsel, Tapes, Manschette, Delegierung und/oder Urlaub wenigstens zeitweise geschont werden. Die stärkste Entlastung allerdings kann durch Entspannung der überlasteten und verkürzten Muskeln erreicht werden.

Der Stoffwechsel – also hier Ver- und Entsorgung des Sehnengewebes – spielt bei Entzündungen und Regeneration von Gewebe eine entscheidende Rolle. Der Körper bildet gerade dann Entzündungen, wenn er Gewebe erneuern will. Nur falls wegen fehlendem Stoffwechsel an dieser Stelle die Versorgung und Entsorgung nicht funktioniert, wird die Entzündung chronisch – also andauernd. Zur Anregung dieses Gewebes kann mit Bindegewebsmassagen, stoffwechselfördernden Mitteln und Tapes behandelt werden.

Um die chronische Entzündung in gesundes Gewebe umzuwandeln, bieten sich etliche Naturheilverfahren und -mittel an. Dabei helfen oft z.B. homöopathische Mittel in Form von Injektionen oder Salben. In hartnäckigen Fällen sind manchmal Blutegel möglich.

 

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